Die Initiative
Es tut sich etwas in der deutschen Chemie- und Life Science-Start-up-Szene. Und das ist wichtig, denn Start-ups sind Treiber der Innovation: Chemie-Start-ups entwickeln neue Materialien und Technologien, die z.B. für die Energiewende dringend benötigt werden, oder sie bringen die Digitalisierung in die Prozessindustrie. Life Science-Start-ups entdecken neue Diagnose- oder Behandlungsverfahren für die Medizin oder treiben durch Datenbanken und Plattformmodelle die digitale Forschung voran. Auch neue Geschäftsmodelle, die Partnerschaften entlang der F&E- oder Wertschöpfungskette ermöglichen, treiben den Fortschritt in der Chemie und den Life Sciences voran.
Beim CHEManager Innovation Pitch erhalten Gründer:innen, Jungunternehmer:innen und Start-Ups aus der Branche die Möglichkeit, ihre Idee, bzw. ihr neu gegründetes Unternehmen einer breiten Expertenleserschaft zu präsentieren und so neue Kontakte mit potenziellen Investoren, Entwicklungspartnern und Kunden zu knüpfen.
Der Wettbewerb
Der CHEManager Innovation Pitch ist nicht nur eine Präsentationsplattform für Start-ups in den monatlichen Printausgaben des CHEManager und auf dieser Plattform, sondern auch ein Wettbewerb. Denn unter den Start-ups, die es jährlich in den CHEManager Innovation Pitch schaffen, wählt eine Jury aus Experten von mit der Chemie- und Life Science-Branche verbundenen Organisationen und Unternehmen einen Jahressieger aus.
Präsentiert Euer Start-up
Als etablierte Kommunikations- und Informationsplattform bietet CHEManager Start-ups Zugang zu potenziellen Partnern und Investoren und schafft durch das Netzwerk eine breite Präsenz in der Öffentlichkeit. Ihr seid Unternehmensgründer:in und habt ein Start-up in der Chemie- und Life Science-Branche gegründet?
Dann bewerbt Euch bei uns und präsentiert Euer Konzept im Rahmen des CHEManager Innovation Pitch:
chemanager@wiley.com | +49 (0) 6201 606 522.
Theion: Kristallbatterie für mobile und stationäre Energiespeicherlösungen
Die Berliner Firma Theion steigt mit einer Lösung für die größten Energiespeicherprobleme der Welt in den Batteriemarkt ein. Das 2020 gegründete Start-up entwickelt Lithium-Schwefel-Batterien. Durch die Verwendung von Schwefel in seiner kristallinen Form sollen die Zellen von Theion die Energiedichte verdreifachen und damit die Nutzungsdauer und Reichweite um das Dreifache verlängern.

Business Idea
Power durch Schwefel
Das Berliner Unternehmen Theion entwickelt eine neue Batteriegeneration auf Basis von Schwefelkristallen, die für mobile, tragbare und stationäre Anwendungen gedacht ist. Durch die Nutzung von weltweit in hohem Umfang verfügbarem Schwefel sollen Gewicht, Kosten und CO₂-Fußabdruck im Vergleich zu heutigen Lithium-Ionen-Batterien auf ein Drittel reduziert werden.
Auf technologischer Ebene verfolgt Theion einen disruptiven Ansatz:
Schwefel, der eine theoretische spezifische Kapazität von 1.675 mAh/g besitzt, wird in Form monokliner Kristalle genutzt. Er soll die Energiedichte gängiger Nickel‑Mangan‑Kobalt‑Oxid (NMC)- und Lithium‑Eisen‑Phosphat (LFP)-Kathoden um ein Vielfaches übertreffen. Daraus ergeben sich realistische Zielwerte von 500 – 1.000 Wh/kg, was im Vergleich zu heutigen Lithium-Ionen-Zellen (130 – 400 Wh/kg) einen fundamentalen Leistungssprung darstellt.
Lesen Sie das ausführliche Interview und weitere Facts auf CHEManager.com.
Schwefel, der in seiner monoklinen Gamma-Kristallstruktur zu einem Wafer verarbeitet wird, weist den niedrigsten CO₂-Fußabdruck aller etablierten Kathodenmaterialien auf.
Derzeit arbeitet das Team von Theion am Transfer von Knopfzellen mit Lithiummetallanode und Schwefelkristallkathode in größere Pouchzellen.
Die thermogravimetrische Analyse hilft bei der Charakterisierung von Batteriematerialien.
CHEManager: Wann und wie begann die Geschichte von Theion?
Ulrich Ehmes: Theion wurde 2020 in Berlin gegründet. Der Name leitet sich vom altgriechischen Wort Theion für Schwefel ab. Batterien, die nur ein Drittel wiegen und kosten, dazu einen extrem niedrigen CO₂-Fußabdruck haben. Autos, die mit einer Ladung dreimal so weit fahren, emissionsfreies elektrisches Fliegen, Smartphones, die nur einmal pro Woche geladen werden müssen – das ist die Vision unseres Gründers Marek Slavík. Der Materialwissenschaftler, der seit vielen Jahren tief in der Schwefelchemie verankert ist, hatte die Idee, die außergewöhnlichen elektrochemischen Eigenschaften von kristallinem Schwefel zu nutzen. Seit ich 2022 als CEO zu Theion gekommen bin, haben wir begonnen, auf Basis dieser Forschung industrielle Prozesse und marktfähige Batteriezellen zu entwickeln.
Was sind bislang die größten Herausforderungen gewesen und wie haben Sie diese gemeistert?
U. Ehmes: Die zentrale Herausforderung bei Lithium-Schwefel-Batterien ist traditionell die begrenzte Zyklenlebensdauer durch den Polysulfid-Shuttle-Effekt. Dieser begegnen wir durch unser monolithisches Schwefelkristall-Design, eine spezielle Beschichtung sowie eine angepasste Elektrolyt- und Anodenstrategie. Ergänzt wird dies durch unsere patentierte Anode, die gemeinsam mit der Schwefelkathode gegenüber heutiger Zellchemie eine höhere Sicherheit bietet. Parallel haben wir ein hierarchisch strukturiertes Kathodendesign entwickelt, das hohe Schwefelbeladungen, ausreichende Leitfähigkeit und mechanische Stabilität in eine industriell herstellbare Struktur integriert. Unsere Technologie ist durch zwölf Patente abgesichert.
Elevator Pitch
Meilensteine und Roadmap
Die Vision: dreimal weiter elektrisch fahren oder fliegen, das Smartphone nur noch einmal pro Woche laden – mit Batterien, die nur ein Drittel wiegen, ein Drittel kosten und nur ein Drittel des CO₂-Fußabdrucks heutiger Lithium‑Ionen‑Batterien haben. Theion will der Industrie neuen Schub, nachhaltiges Wachstum und hochwertige Arbeitsplätze verschaffen. Dafür entwickelt das Berliner Start-up eine neuartige, schwefelbasierte Kristallbatterie, die den Batteriemarkt grundlegend verändern soll.
Meilensteine & Erfolge
Roadmap & Produktion
Lesen Sie das ausführliche Interview und weitere Facts auf CHEManager.com.
Innovation Pitch 2025
Im letzten Jahr haben wir 18 Start-ups mit ihren Ideen präsentiert – elf in den deutschsprachigen CHEManager-Ausgaben und sieben in CHEManager International. Eine Expertenjury hat nun unter Berücksichtigung verschiedener Entscheidungskriterien unter allen 18 Start-ups die Sieger in den Kategorien “Value to Sustainability”, “Value to Society” und “ "Value to Industry” bestimmt.
Die Preisträger sind:
Hier findet Ihr alle weiteren Start-ups, die wir in CHEManager und CHEManager International vorgestellt haben.
Möchten Sie Ihr Start-up über den CHEManager Innovation Pitch präsentieren oder diese Initiative als Sponsor begleiten? Schreiben Sie uns: